Kita-Gebühren in Eching: Der schwarze Peter kommt vom Freistaat – Staatsregierung zieht sich aus der Verantwortung

Eching, 28. Oktober 2026 – Ab dem 1. Januar 2027 werden die Kitas in Eching für Eltern spürbar teurer: Der bisherige staatliche Zuschuss von 100 Euro pro Monat und Kind, der bislang vom Elternbeitrag abgezogen wurde, fließt ab dem neuen Jahr nicht mehr direkt an die Familien. Für Eltern bedeutet das eine Mehrbelastung von 1.200 Euro oder mehr im Jahr. Der Gemeinderat hat diese Entscheidung fraktionsübergreifend getroffen – und wir GRÜNE sagen ganz klar: Wir finden diese Entwicklung nicht gut. Aber die Verantwortung dafür liegt nicht im Rathaus, sondern bei der Bayerischen Staatsregierung.

Wie es dazu kam

Bislang erhielten Eltern für jedes Kindergartenkind automatisch einen Beitragszuschuss von 100 Euro monatlich – bei täglich fünf Stunden Betreuung beispielsweise reduzierte sich der Beitrag von 180 Euro auf 80 Euro. Die Weitergabe dieses Zuschusses war für die Gemeinden gesetzlich verpflichtend. Mit der Reform des Bayerischen Kinderbildungs- und -betreuungsgesetzes (BayKiBiG), die der Landtag am 22. Juli 2026 mit den Stimmen von CSU und Freien Wählern beschlossen hat, wurde diese Weitergabepflicht abgeschafft. Das Geld soll künftig in die allgemeine Förderung von Krippe, Kindergarten und Hort fließen – ob bei den Familien etwas ankommt, entscheiden nun Kommune und Träger.

Auf den ersten Blick klingt das nach einer freien Entscheidung: Die Gemeinde könnte den Zuschuss ja einfach weiterzahlen. Doch der entscheidende Unterschied ist: Ab 2027 wäre die Weiterzahlung des Zuschusses eine freiwillige Leistung der Gemeinde – und damit genau die Art von Ausgabe, die bei knappen Kassen als Erstes gekürzt werden müssen.

Eching kann sich die Weiterzahlung schlicht nicht leisten

Eching befindet sich, wie viele weitere Gemeinden in Bayern (allein im Landkreis Freising unter anderem die Städte Freising und Moosburg, Allershausen oder Kranzberg) in einer extrem angespannten Haushaltslage – inzwischen gilt in Eching sogar eine Haushaltssperre. Die Kindertageseinrichtungen schreiben bereits heute, mit dem bestehenden Zuschuss, ein jährliches Defizit von 5,3 Millionen Euro. Eine Weiterzahlung des Zuschusses würde die Haushaltslücke um weitere 590.000 Euro pro Jahr vergrößern und die finanzielle Handlungsfähigkeit unserer Gemeinde langfristig gefährden. Verpflichtende Aufgaben kann die Gemeinde nicht kürzen – bei freiwilligen Leistungen bleibt angesichts dieser Zahlen kein Spielraum und die Gemeinde muss, wo möglich, sparen.

„CSU und Freie Wähler streichen auf Landesebene effektiv das Geld für die Eltern, tun aber so, als könnten die Kommunen den Zuschuss einfach freiwillig weiterzahlen. Das ist eine Frechheit, denn die Hände der Gemeinderäte sind angesichts der Gemeindekasse gebunden. Wer Familien hier wirklich entlasten wollte, hätte die Weitergabepflicht einfach im Gesetz behalten. Das hat die Staatsregierung bewusst unterlassen und schiebt damit den Schwarzen Peter an die Kommunen weiter.“, so Gemeinderat und Co-Vorsitzender des Ortsverbands Eric Jacob.

Die Gemeinde unterstützt die Eltern dennoch stark bei der Kinderbetreuung, indem sie auch weiterhin den Mammutanteil von 60 Prozent der Kosten trägt. Zum Vergleich: Die Elternbeiträge decken nur etwa 10 Prozent der Kosten.

Für Familien, die durch die höheren Beiträge in Not geraten, gilt: Die Härtefallregelungen der Gemeinde und des Landkreises bleiben bestehen. Betroffene können sich vertraulich an die Rathausverwaltung wenden; dort wird geprüft, ob die Gebühren ganz oder teilweise erlassen werden können.

Eching trauert um Alt-Bürgerme…